Rechenfehler im aktuellen Szenariorahmen der ÜNB?

Am 17.01.2022 stellten die Übertragungsnetzbetreiber ihren aktuellen Szenariorahmen für den weiteren Ausbau der deutschen Stromnetze vor. Dieser kann unter einer von der Bundesnetzagentur bereit gestellten Webseite herunter geladen werden.

Korrespondierend zum Download des Entwurfs des Szenariorahmens bietet die BNetzA auf der gleichen Seite den Download einer Kraftwerksliste im PDF-Format an. Da uns dieses Format wenig praxistauglich erschien, baten wir die BNetzA um Zusendung der Liste als Excel-Datei.

Wir bedanken uns ausdrücklich bei den verantwortlichen Mitarbeitern der BNetzA, dass unserer Bitte sehr schnell entsprochen wurde.

Allerdings haben wir durch rechnerische Auswertung der Kraftwerkstabelle und einem Vergleich der Tabelle „Übersicht der Kennzahlen der Szenarien“ (s. Seite 24 des Entwurfs des Szeariorahmens) einige Ungereimtheiten festgestellt.

Der Entwurf des Szenarios B/C 2045, das im Wesentlichen eine dekarbonisierte Wirtschaft widerspiegeln soll, weist eine Gaskraftwerkskapazität von 34,6 GW aus. Eine Summation der Gaskraftwerkskapazitäten gemäß Kraftwerksliste liefert für das gleiche Szenario lediglich 28,9 GW. Dabei sollen die Gaskraftwerke im Jahre 2045 ausschließlich Wasserstoff verbrennen.

Die originale, von der BNetzA bereit gestellte Kraftwerksliste finden Sie hier.

Die für unsere Berechnungen genutzte, die die gleichen Zahlen, darüber hinaus aber ein paar einfache Formeln enthält hier.

Wir haben noch mehr Fragen zum aktuellen Szenariorahmen, die wir im Kontext des bis zum 14.02.2022 laufenden öffentlichen Konsultationsprozesses stellen und hier veröffentlichen werden.

Die o.g. Diskrepanz ist jedoch so gravierend und darüber hinaus von strategischer Bedeutung, dass wir sie hier in exponierter Position betrachtet haben.

Edit 07.02.2022, 15:35 in Würdigung einer Antwort im Rahmen der Online-Konsultations-Veranstaltung: Die Differerenz ergibt sich durch Weglassen sehr vieler kleiner Gaskraftwerke in der Kraftwerksliste. Dann ist jedoch die Frage berechtigt, warum man die Leistung der „vielen kleinen Gaskraftwerke“ nicht in einer Teilsumme innerhalb der Kraftwerksliste aggregiert hat.

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